Haus und Huhn

Ein Heim für unsere Hühner – Planung eines Hühnerstalls

Vorüberlegungen

Schon lange hegten wir den Traum von eigenen Hühnern und mit der Erstehung unseres Eigenheims mit großem Garten kamen wir diesem Traum mit großen Schritten näher. Bevor es aber mit der  Hühnerhaltung losgehen kann, brauchen wir natürlich ein angemessenes Heim für unsere Hühner. Aus diversen Büchern, Foren etc. haben wir uns eine Übersicht in Stichpunkten erstellt, um kurz und knapp beisammen zu haben, was wir einplanen müssen:

  • trockener Boden
  • Licht und Schatten
  • Fenster nach Süden
  • außen: regen- und zugluftdicht, lüftbar
  • innen: keine Ritzen, in denen sich Parasiten ansiedeln können, am besten nass zu reinigen, Kalkfarbe??? Boden PVC?
  • 1qm reicht laut Literatur für 3-4 große Hühner, also planen wir für zehn Zwerge 1-2qm Grundfläche ein
  • 3 Nester
  • Trog 12-15cm Länge pro großem Huhn, also etwa 1m bei zehn Zwergen
  • Stange:
    – 1m für 4-5 große Hühner, also 1,5 bis 2 Meter bei uns
    – Abstand zur Wand ca. 25-30cm
    – Abstand zwischen zwei Stangen: 35cm
    – Stangen alle auf gleicher Höhe, damit es keinen Streit gibt
    – Stangendicke 4-6 cm, nicht rund, nicht mit scharfen Ecken, sondern abgerundet
    – üblich: in ca. 1m Höhe, bei Zwergen niedriger
    – mit Kalkmilch einstreichen
  • darunter: Kotbrett, ca. 25cm tiefer, mit Streu oder Zeitung auslegen
  • Nester:
    – Kiste, vorn offen bis auf 10 cm, schräges Dach (damit sich die Hühner nicht draufsetzen)
    – evtl. Katzenklo?
    – Füllung Hobelspäne oder Heu
    – mögen es dunkel und ruhig
    – ca. 15x25x30cm (BxTxH)
    – wenn erhöht: mit Anflugstange
  • Einstreu: Hobel- oder Sägespäne, 15-20 cm tief
  • Sandbad: ca. 40×40 (mit Asche?)
  • Auslauf: laut Literatur 10-20 qm je großes Huhn, also ca. 70qm für zehn Zwerge? Wichtig: Wasserquelle und Futter innen und außen, im Außenbereich Möglichkeiten zum Unterstellen anbieten, Sandbad
  • Ausschlupf ca. 20x35cm
    – Holzschieber mit Seilzug
    – Windfang / Dach für den Ausschlupf, damit es drinnen nicht feucht wird!
    – Hühnerleiter: nicht zu steil
    – Gehwegplatte als Auflage für die Leiter

Isolierung ja oder nein?

Natürlich wollen wir, dass es unseren Hühnern gut geht, neben Größe und Einrichtung des Stalles haben wir uns auch sehr viele Gedanken über die Außenwände gemacht, namentlich über die Frage, ob ein Hühnerstall beheizt und isoliert sein muss oder nicht.

Ich erinnere mich, dass mein Vater einen isolierten, aber unbeheizten Hühnerstall hatte, im Inneren war es im Winter zwar kalt, aber trocken. Die Hühner störten sich nicht an der Kälte und auch Schnee machte ihnen nichts aus, auch im Winter waren sie tagsüber eigentlich immer im Auslauf unterwegs.

Die Vermieter unserer früheren Wohnung hatten ebenfalls einen massiven, aber unbeheizten Hühnerstall, eine gemauerte alte Garage. Die Tür stand immer offen, auch im tiefsten Winter. Die Hühner durften frei über das ganze Gelände streifen, wovon sie auch regen Gebrauch machten. (Entgegen der einschlägigen Meinung, Hühner würden sich nicht weit vom Hühnerstall entfernen, hatten diese Hühner gute 3000qm zur Verfügung und durchkämmten auf ihrer täglich Wanderung das gesamte Areal.) Nur bei Starkregen und Sturm blieben sie manchmal im Stall, Frost und Schnee hingegen störten sie nicht.

Der Hühnerzüchter, von dem wir unsere Tiere bekommen, hat zauberhafte Ställe gebaut, er war schließlich von Beruf Tischler, über Isolierung hat er sich aber keine Gedanken gemacht. Seine Tiere bleiben jedoch im Winter in den Ställen.

In diversen Internetforen gibt es die zentrale Meinung, dass Hühner Kälte besser verkraften könnten als Hitze und Temperaturen bis -20 Grad (was in unseren Breitengraden gar nicht vorkommt) ihnen nichts ausmachen, solange es sich um trockene Kälte handelt.

Natürlich zogen wir auch noch unsere Bücher zu Rate:

Ideenbuch Hühnerställe
Ausgerechnet in diesem Buch gibt es keine Angabe dazu, die gezeigten Ställe sind überwiegend ohne Isolierung. Auch von Heizungen ist nicht die Rede.

Hühner halten. Das Rundum-sorglos-Paket
Ein Stall solle vor Wind und Wetter schützen. Isolierende Wände seien nicht zwingend nötig, Hühner kämen mit trockener Kälte bestens zurecht.

Hühner halten. Artgerecht und natürlich
Von Isolierung ist nicht explizit die Rede, aber es wird empfohlen, einfach verglaste Fenster mit Fensterläden zu verkleiden und ggf. Wärmelampen zu installieren.

Alles über Hühner
Hier wird die Meinung vertreten, dass Isolierung nicht zwingen nötig sei. Hitze sei schlimmer als Kälte. Bis -10 Grad Celsius vertrügen Hühner problemlos. Kälte mache nicht einmal Nackthalshühnern etwas aus, solange es keine Zugluft oder Feuchtigkeit gebe. Es dürfe sich nur auf keinen Fall Schwitzwasser bilden.

Hühner in meinem Garten
Der Autor spricht sich für eine Isolierung aus. Eine Dämmung sei sinnvoll, da es insbesondere in feuchten Ställen zu Erfrierungen kommen könne. Er empfiehlt außen 22mm Wanddicke, innen 10-12mm Wanddicke.

Leitfaden der Hühnerhaltung
Hier gibt es die klare Aussage, dass jeder Stall gut isoliert sein sollte. Man müsse auf Luftaustausch, Feuchtigkeit und Kälte reagieren. Am besten sei der Aufbau: Außenverkleidung, Dämmung, Innenverkleidung, Dampfsperre. Zusätzlich empfiehlt er noch konkrete k-Werte und macht beispielhafte Angaben über verschiedene Materialien.

Unser Fazit

Wir wollen unser Haus dämmen, es dabei aber auch nicht übertreiben, denn wir können uns beide nicht erinnern, dass wir je längere Kälteperioden mit zweistelligen Minusgraden erlebt hätten.
Unsere Holzwände werden also um Styroporplatten ergänzt. Wir hoffen, dass sich dort weniger Ungeziefer einnisten kann als in Dämmwolle.
Um noch besser zu isolieren und die Hühner daran zu hindern, das Styropor anzupicken, wird der Innenraum noch komplett mit OSB-Platten verschalt. Alle Ritzen werden mit Silikon abgedichtet und dann wird alles mehrfach gestrichen. Belüftet wird über Lüftungsschlitze – auf der einen Seite recht weit unten, auf der gegenüberliegenden Seite direkt unter dem Dach – um eine gute Schwerkraftlüftung zu erzeugen.
Die Fensterflächen werden nachts noch mit Styroporplatten von außen abgedichtet. Tagsüber nicht. Die Hühnerklappe wird auch im Winter jeden Morgen geöffnet. Die Hühner können selbst entscheiden, ob sie raus wollen. Nur bei ganz starkem Schneefall bleibt die Klappe zu. Eine Heizung wird nicht installiert (wir haben keinen Strom im Stall vorgesehen), wenn es sehr kalt ist, legen wir über Nacht einen im Ofen erwärmten Backstein ins Haus, dessen Wärme und die Körperwärme der Hühner soll durch die Isolierung im Stall gehalten werden.

Nachtrag: Die Realität

Der erste Winter zeigte uns deutlich, dass schon Minusgrade im einstelligen oder knapp zweistelligen Bereich bei sehr trockener Luft zu erheblichen Erfrierungen führen können. Wie es dazu kommen konnte, wie wir damit umgegangen sind und wie der Hahn die Erfrierungen verkraftet hat, schildern wir euch in einem späteren Artikel noch ausfühlich. Bis dahin lautet unsere ganz klare Empfehlung:

BEHEIZT UND ISOLIERT EURE HÜHNERSTÄLLE!!!

Erfrierungen am Hahnenkamm

Den Bau unseres Hühnerhauses zeigen wir euch ebenfalls in einem unserer nächsten Beiträge, als kleinen Vorgeschmack bekommt ihr hier schonmal ein Bild:

Wir hoffen, dass der eine oder andere angehende Hühnerhalter hier ein paar nützliche Hinweise erhalten hat und freuen uns, wenn ihr noch weitere Anregungen habt, die man beim Bau eines Hühnerhauses unbedingt berücksichtigen sollte!

Herzliche Grüße und bis bald!
Grit und Dennis

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