Haus und Huhn

Mephistos kalte Hölle

In unserem heutigen Beitrag wollen wir euch von einem ganz großen Fehler berichten, den wir in unserem ersten Hühnerwinter gemacht haben: In unserem Stall war es zu kalt, unserem Hahn ist der Kamm erfroren, es war Mephistos kalte Hölle.

Unsere Recherchen

Bei den Planungen zu unserem Hühnerstall haben wir uns sehr intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, ob wir den Stall isolieren und beheizen müssen oder nicht. Nach langen Überlegungen, die ihr hier nachlesen könnt, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir den Stall zwar isolieren wollen, aber keine zusätzliche Heizung benötigen. Uns kam das auch ganz gelegen, weil wir hinten im Garten keinen Strom hatten.

Die Realität

Allerdings war der letzte Winter dann doch an einigen Tagen sehr kalt undauch im Stall gingen die Temperaturen in den Minusbereich.

Zunächst versuchten wir durch improvisierte Heizungen (im Backofen erhitzte Backsteine / Kupferwärmflasche) die nächtliche Temperatur über dem Gefrierpunkt zu halten, aber das gelang uns nicht und so zeigte unser Hahn Mephisto erste leichte Erfrierungsanzeichen an seinem großen Kamm.

Also haben wir wieder recherchiert und stießen auf mehrere Seiten, auf denen es hieß, man solle den Kamm mit Vaseline eincremen. Die dicke Fettschicht sollte den Kamm vor der Kälte schützen. Wichtig sei nur, dass man eine Creme ganz ohne Wasser verwendet, da man sonst das Gegenteil erreiche und die gefrierenden Wassermoleküle noch größere Schäden anrichten.

Schadensbegrenzung

Den Hahn einzucremen war kein Problem, sobald es dunkel wurde, saß er auf der Stange und rührte sich nicht, auch dann nicht, wenn man seinen Kamm einschmierte. Jedoch war das Ergebnis eine Katastrophe, am nächsten Tag waren einige Zacken komplett erfroren und sahen gar nicht gut aus. Also sind wir auf Zinksalbe umgestiegen, um zu retten, was noch zu retten ist. Die ließ sich als richtig dicke Schicht auftragen und schien uns deutlich besser geeignet als die Vaseline.

Im Laufe der nächsten Tage begannen sich die erfrorenen Stellen zu verändern und der Kamm fühlte sich beim Eincremen sehr heiß an. Allerdings wurden die betroffenen Stellen nicht größer und der Hahn verhielt sich tagsüber ganz normal und wirkte nicht, als hätte er Schmerzen. Anderenfalls wären wir mit ihm zum Tierarzt gefahren. Bei den Hennen, die teilweise auch sehr große Kämme haben, war nichts zu sehen. Als der Wetterbericht dann aber dauerhaft Temperaturen im zweistelligen Minusbereich anzeigte, die wir hier eigentlich fast nie haben, mussten wir uns etwas Neues überlegen. Und so haben wir jeden Abend den Hahn und 1-2 Hennen zur Begleitung von der Stange genommen und in einer Kiste in der Werkstatt untergebracht, wo die Temperaturen noch im Plus-Bereich lagen.

Heilung

Zum Glück verheilte der Kamm sehr gut. Ein paar Zacken sind jetzt kürzer und am Ende stumpf, aber es hat sich nichts weiter entzündet oder den Hahn insgesamt geschwächt. Trotzdem haben wir ein ganz schlechtes Gewissen, ihn nicht besser beschützt zu haben. 🙁

Schlussfolgerung

Auf den nächsten Winter werden wir besser vorbereitet sein. Für uns steht fest, dass wir unbedingt ein Stromkabel zum Hühnerstall legen müssen, um den Stall im Winter beheizen zu können. Die ganze schöne Theorie hilft eben nichts, man muss sich die Dinge in der Realität ansehen.

Aber vielleicht hilft unser Beitrag ja und bewahrt den einen oder anderen Hahn vor solchen Erfrierungen!

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